Das Gleichgewicht der Welt - Rohinton Mistry Es ist schon einige Zeit vergangen, seit ich dieses Buch gelesen habe. Aber ich weiß noch, dass dieses Buch das ganze Spektrum an Emotionen hervorgerufen hat. Ich habe selten gelacht und ... selten so viel geweint. Ich glaube, ich habe selten so intensive Gefühle erlebt wie beim Lesen dieses Buchs.

Die Charaktere waren so gut geschildert, deren hartes Schicksal im indischen Staat lebhaft vorgetragen. Selbst kleine Freuden wie ein eigentlich bedauernswerter Job bewegten mich als Leserin. Die harte Realität in einem indischen Staat mit vielen Menschen und wenig Arbeit wird ... sehr drastisch geschildert. Die Schilderungen der Erlebnisse von Menschen der untersten Kaste sind manchmal beinahe unerträglich gewesen. Dieses Buch strahlte eigentlich permanent Hoffnungslosigkeit aus, aber natürlich möchte man als Leser glauben, dass "alles gut wird". Man hofft die ganze Zeit, dass "alles gut wird" für die bedauernswerten Protagonisten während man dieses Mammutwerk liest.

Ich muss gestehen, ich hatte mich mit den Charakteren angefreundet. Die Menschen, die so hart für ihre Existenz kämpften. Ich hoffte und fühlte mit ihnen... Und ich habe nach dem Ende des Buches so viel geweint wie bei keinem Buch zuvor.

Dieses Buch ist eine emotionale Herausforderung für jeden Leser. So viel menschliches Elend, so viel Hoffnung, auf die dann doch wieder mit Abrisskugeln eingewirkt wird. Oftmals erschütternd.

Aber dennoch: quasi eines der besten Bücher in meinem Bücherregal. Eine Huldigung an die menschliche Stärke trotz heftigster gesellschaftlicher Differenzen. Und eine Erinnerung an diejenigen in der Gesellschaft, die ganz unten stehen und sich durchschlagen ...